Ein Überblick über die Vereinsgeschichte 1976 - 2026 von Wilfried Lenuweit
Die ersten 25 Jahre....
Am 13. März 1976, – einem Samstag, trafen sich gegen 20:00 Uhr interessierte Bürger im Gasthaus zum Adler der Familie Unden in Adelsheim.
Die Versammlung unter der Leitung von Kreis schützenmeister Otto Hemberger aus Buchen beschloss die Wiedergründung des Schützenvereins unter dem Namen „Schützengesellschaft Adelsheim 1823 e.V“ und 34 Personen trugen sich in das Mitgliederbuch des alten, neuen Vereines ein.
Im alten Vereinsheim der Germania Adelsheim konnte alsbald ein Schießraum mit neun Ständen für Luftgewehr und Luftpistole eingerichtet werden.
Grillfeste, Maiwanderungen, Königsfeiern und Schützenbälle sowie das heute schon zur Tradition gewordene Volksfest schießen wurden zu den anfänglichen Aktivitäten des jungen Vereines.
Die Vereinsgeschicke leiteten von 1976-1981 nacheinander Martin Herold, Dieter Egenberger, Otto Striebich und Alfred Wolf.
Die häufig wechselnde Vereinsführung zeugt von den Anfangsschwierigkeiten, dem Ringen um Anerkennung und Akzeptanz bei der Bevölkerung und der Kommune, von unruhigen, jedoch auch dynamischen Aktivitäten im Vereinsgeschehen.
Unter Oberschützenmeister Alfred Wolf trat der Verein mit einem großen, viertägigen Schützenfest im Mai 1981 erstmals in einer glänzenden Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit auf.
Der Leistungssport und die Pflege des Breitensports mit seinen vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten bietet seitdem Männern, Frauen, Jung und Alt gleichermaßen Ausgleich, Spaß und Entspannung und damit ein breites Angebot für die Bevölkerung.
Im Januar 1982 wurde Wilfried Lenuweit zum Oberschützenmeister gewählt.
Innovationen und Neuerungen prägten seine Zehnjährige Amtszeit.
Dazu gehörten die Anschaffung von vereinseigenen Kleinkaliber Sportwaffen, Gewehre und Pistolen, die erstmalige Teilnahme an den Runden wettkämpfen in den Disziplinen KK Sportgewehr und KK Sportpistole sowie K 98 Karabiner.
Das Schützenhaus erfuhr die erste umfassende Renovierung. Dabei wurde das gesamte Mobiliar erneuert, die Schießanlage von Handkurbel betrieb auf elektrische Zuganlagen umgestellt, die Bildergalerie der Schützen könige erfunden.
An Pfingsten 1983 wurde das viertägige Schützenfest zum 160-jährigen Vereinsjubiläum gefeiert. Im Vorfeld der Feierlichkeiten, die Baron Joachim von Adelsheim mit seiner Festrede bereicherte, wurde die Geschichte der Schützen in einer Vereinschronik niedergeschrieben.
Im Zuge seiner Nachforschungen konnte W. Lenuweit die historische Vereinsfahne von 1836 wieder auffinden und einer Restauration zuführen. Gleichzeitig wurde eine neue Vereinsfahne entworfen und angeschafft.
1985 erlebte die alte Tradition des Schützengartens eine Wiedergeburt. Buntes Markt treiben im Museumshof rückte die Schützengesellschaft alljährlich ins Licht der Öffentlichkeit.
Unvergessen mehrere Kreisschützenfeste und ein denkwürdiger Festumzug.
Die Einführung des Satutschiessens der Adelsheimer Karabinerschützen fand beim Schützengarten, bei Jubiläen und bei überregionalen Schützenfesten große Beachtung und löst bis heute regelmäßig überwiegend Begeisterung aus.
Durch die Einführung des Bogenschießens entwickelte sich diese Abteilung zum Aushängeschild der Schützengesellschaft.
Die Adelsheimer Bogenschützen gewannen unzählige Meistertitel bei Kreis,–Bezirks-und Landesmeisterschaften, allein Christian Lenuweit wurde 11mal in Folge Badischer Meister.
Stellvertretend für weitere Meister seien genannt Peter Sitte, Heiko Brunn, Götz Lenuweit, Roselies Bäumler, Johanna Lenuweit und Christine Gerner.
Letztere krönte ihre Laufbahn mit der Deutschen Vizemeisterschaft.
Mit sportlichen Erfolgen, gesellschaftlicher Präsenz und einem umtriebigen Vereinsleben entwickelte sich der Verein mit inzwischen über 160 Mitgliedern dynamisch weiter.
Ab 1992 leitete Alfred Wolf als Oberschützenmeister die Geschicke des Vereines für die kommenden fünf Jahre. Umsichtig legte er durch den Abschluss eines langfristigen Mietvertrags die Grundlage für die Sanierung und den Umbau. In tausenden von Arbeitsstunden
entstand ein neues, schmuckes Vereinsheim.
Eine Gruppe von über 20 Jugendlichen erlernten unter der fachlichen Anleitung der Jugendleiter Johanna Lenuweit,, Karl-Heinz Hochwald und später Wolfgang Gross und Helmut Hausner schiessportliche Präzision und Disziplin.
Alfred Wolf forcierte die Eigenverantwortung der Jugend und installierte die erste vereinseigene Jugendordnung im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis.
Im März 1998 wurde Armin Schweizer zum Oberschützen meister gewählt.
Zusammen mit dem 1. Schützenmeister Wolfgang Gross leitete er die Geschicke des Vereins für die nächsten 25 Jahre.
Die zweiten 25 Jahre
Mit der Wahl von Armin Schweizer zum Oberschützenmeister und Wolfgang Gross, zum ersten Schützenmeister vollzog sich im Vorstand ein Generationswechsel. Ruhig angehen lassen konnte es der neue Vorstand jedoch nicht. Mussten doch die Renovierungsarbeiten des Schützenhauses fertig gestellt und die Feierlichkeiten zum 175-jährigen Vereinsjubiläum vorbereitet werden. Dieses denkwürdige Fest war wieder einmal eine tolle Demonstration eines intakten Vereinslebens und eine Feuertaufe, die Armin Schweizer und sein Team trefflich bestanden haben.
In seiner Festrede hob damals Ehrenmitglied Roland Rottler, hervor: „Die Schützengesellschaft Adelsheim 1823 e.V. hat das Rüstzeug für das neue Jahrtausend geschmiedet“.
Die Schenkung eines Grundstücks von Mitglied Kurt Rieker schuf die Basis für den Kauf des seither gemieteten Schützenhauses. Damit wurde der Verein nach langen Verhandlungen Grund - und Hausbesitzer. Ein Verdienst des neuen Oberschützenmeisters Armin Schweizer.
Zahlreiche Jugendliche belebten den Schützenhaus-Betrieb und kämpften fair um Ringe und Ehrenpreise.
Nach der Königskette, gestiftet 1976 von Otto Striebich, konnten nun durch die großzügige Spende von Karl-Heinz Hochwald endlich auch die Jugendlichen mit einer Prinzenkette inthronisiert werden.
Als erster Verein im Sportschützenkreis begann im November 2003 das digitale Zeitalter.
Beim jährlich stattfindenden Adelsheimer Volksfest zeichnete die Schützengesellschaft mit ihrem 2. Schützenmeister Dietmar Madinsky verantwortlich für die Personalbesetzung innerhalb der Marktplatzgruppe.
Einen besonderen Stellenwert nahmen und nehmen die Weihnachtsfeier und die Vereinsausflüge ein. Es wird stets darauf geachtet, ein breites, ausgewogenes Programm anzubieten, das Schiff, - Bahn - und Busfahrten, aber auch Wanderungen und Besichtigungen gleichermaßen beinhaltet.
Ein Highlight im Ablauf der Trainingsabende ist der monatlich stattfindende Senioren Stammtisch, gegründet im Jahre 2006 mit damals drei Personen. Heute treffen sich an jedem ersten Freitag im Monat bis zu zwanzig Senioren zum Essen, zum vergnüglichen Schwatzen und zum Schießen auf die jährlich zu vergebenden Seniorenpokale.
Auch in sportlicher Hinsicht gab und gibt es Erfolge zu feiern: unsere Jungschützen heimsten viele Siege ein. Holten Kreis - und Landesmeistertitel nach Adelsheim. Hervorzuheben ist das Ausnahmetalent Marisa Gregori, die in der Disziplin KK-Sportgewehr deutsche Meisterin, Europameisterschafts-Dritte im Einzelwettbewerb und Europameisterin 2011 mit der Mannschaft wurde.